Reisetagebuch Chile SW 3
Sonntag 29. August 2010

Die letzte Woche wird war eine Woche vieler Verabschiedungen, zuerst verabschiedeten wir eine bekannte aus Frankreich, dann zwei meiner Mitbewohner und schließlich meine Gesundheit.
Am Dienstag gab es eine zu Beginn kleine, mit zunehmender Stunde immer größer werdende Abschiedsfeier für eine französische Austauschstudentin, welche wir hier kennengelernt hatten. Ein Großteil der Gäste war ebenfalls der französischen Sprache auf Muttersprachniveau mächtig und ich hatte doch einige Probleme den Gesprächen zu folgen, da die Franzosen bekanntermaßen eher eine gewisse Abneigung gegen Fremdsprachen besitzen. Im Endeffekt war ich ganz dankbar dafür, dass ich mich mit einigen eingeladenen Chilenen auf Spanisch unterhalten konnte…
Die Woche über passierte nichts wirklich Außergewöhnliches und man könnte sagen, wir sind wieder einmal im mehr oder weniger tristen Alltag eines Studenten angekommen, obwohl wir uns ab und zu wie in die Schule zurückversetzt vorkommen. Da bekommt man Hausaufgaben, in der nächsten Stunde wird man in einem bewerteten Quiz über die vorangegangene befragt, es gibt bewertete Übungsstunden und in manchen Fächern kann man nur in die Nähe von 100% kommen, indem man eine zusätzliche Arbeit anfertigt. Für alle deutschen Studenten hört sich das im Moment alles noch ein bisschen komisch an und wir haben auch noch nicht ganz durchschaut, wofür das wirklich gut sein soll.
Am Freitag wurde eine große Abschiedsfeier für zwei meiner französischen Mitbewohner abgehalten, welche uns heute Abend verlassen haben. Es gab viel zu viel zu Essen, viel zu trinken und viele neue Leute, die ich vorher noch nie gesehen hatte. An diesem Tag verabschiedete ich mich auch von meinem einwandfreien Gesundheitszustand in bin seitdem auf Tee- und Medikament-Kur, naja mal schauen, wird schon wieder werden…
Samstagabend gegen sieben Uhr begleitete ich meine Mitbewohner zum Salsa Kurs, wobei ich jedoch nur die Rolle des Fotografen übernehmen konnte, da ich mit meinem Zustand weder Kraft noch Lust zum Tanzen gehabt hätte.
Heute Mittag hatte ich das Vergnügen ein echtes traditionelles chilenisches Mittagmahl serviert zu bekommen. Das Gericht war ein großer Mix aus vielen guten Zutaten, darunter Reis, Kartoffeln, Bohnen, Mais, Rindfleisch, usw.
Um 10 Uhr abends verabschiedeten sich Arnaud und Julie dann endgültig von uns und machten sich mit dem Bus in den Norden Chiles auf. Jeder der Mitbewohner erhielt ein kleines Abschiedsgeschenk als Erinnerung an die beiden, so erhielt ich z.B. einen Ring und ein Kondom… Die beiden werden uns auf jeden Fall fehlen, da sie das WG Leben hier doch in vielen Momenten sehr lustig und kurzweilig gestalteten. Ich wünsche Ihnen auch hiermit noch ein Mal gute Reise, viel Spaß und eine sichere Ankunft in der Heimat.
Diese Woche war es das hiermit schon, ich hab schließlich nebenbei noch andere Dinge zu erledigen.

Bis die Tage
Viele Grüße
Marco
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